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Gastliches Kinzigtal

Hausach

Die Stadt unter der Burg Husen.
An den alten Stadtkern schließen sich Stadterweiterungen an, insbesondere nach Süden, Südwesten und Norden. Die Eigenschaft als Verkehrsknotenpunkt an den Bahnlinien nach Offenburg, Villingen und Freudenstadt begünstigte die Entwicklung zur Industriegemeinde. Der Ursprung von Hausach liegt in Hausach - Dorf als ehemaliger Mittelpunkt einer bäuerlichen Markgenossenschaft mit der Dorfkirche, deren Bau um das Jahr 1000 vermutet wird. 1200 soll die Burg zum Schutze des heimischen Silberbergbaus errichtet worden sein. Wenig später entstand unter ihrem Schutze die Stadt Hausach, die erstmals 1259 als "statt" erwähnt wird.
Die Kirche in Hausach - Dorf geht auf eine Stiftung der Herren von Wolva zurück, die dieses Gotteshaus 1148 dem Kloster St. Georgen vermachten. Nach der Fertigstellung einer neuen Pfarrkirche in der Stadt (1894) blieb das Gotteshaus im Dorf als Friedhofskirche erhalten.

Einbach

Seit 1971 Stadtteil von Hausach, älter als die Stadt Hausach, bereits 1092 erstmals urkundlich erwähnt.
1921 vereinigte sich die kleine Gemeinde Sulzbach mit Einbach. Bis zu diesem Zeitpunkt umfasste das Hausacher Kirchspiel die selbständigen politischen Gemeinden Hausach, Einbach und Sulzbach. Die einstigen frühmittelalterlichen Rodungs- und Streusiedlungen Einbach und Sulzbach bestehen heute noch meist aus Einzelhöfen und Hofgruppen, die land -und forstwirtschaftlich ausgerichtet sind.

Kinzigtal

Das Kinzigtal ist einer der trachtenfreudigsten Landstriche in Deutschland, wenn nicht gar in Europa. So ragt in ihrer Eigenart, in ihrer Einmaligkeit zwischen der Mühlenbacher- und Füstenberger Tracht das Einbacher Heimatkleid hervor, wenn es auch viele Gemeinsamkeiten mit den Trachten der Nachbartäler ausweist. Während die Männertrachten in Einbach nur noch selten zu sehen sind, werden die Trachten der Bäuerinnen besonders an Fest -und Feiertagen häufig getragen. Die Festtracht. Auf den Unterrock mit seiner farbigen "Brust" wird der schwarze Oberrock - ebenfalls mit einer samtenen "Brust" angelegt. In früheren Zeiten reichten die Röcke bis zum Knöchel, sodass die Einfassung am unteren Teil des Unterrockes als "Beselitze" - sie wirbelte den Staub auf - bezeichnet wurde. Auf die beiden Röcke wird nun der schwarze "Schoben" angelegt, ein Kleidungsstück, das Hüften und Arme umschließt.
Der eigentliche Halsausschnitt wird mit dem sogenannten "Krägele" mit den "Krälleli bedeckt. Auf das Krägele selbst wird als eine Art Halskette aus kleinen Granatsteinen das "Halsnister" mit einem goldenen Kreuzlein getragen. Als äußerst belebendes Element schließt sich über die Schulter das helle, seidene, blumenbestickte, mit Fransen umgrenzte Halstuch an, unter dem versteckt noch ein kleines "weißes Halstüchle mit einer Spitz" zu finden ist.
Als krönender Abschluss ziert die einzigartige "Einbracher Kappe" als Wesensmerkmal der Einbracher Frauentracht mit dem prächtigen Kappenboden und dem die Stirne deckenden hauchdünnen Spitzenschleier das Haupt.

Mittlerer Schwarzwald

Nördlich des Zartener Beckens bis zum Renchtal, im Westen vom Kandel bis zum Mooskopf und im Osten von der Neckarquelle bis zur Wasserscheide zwischen Kinzig und Murg.
Der Mittlere Schwarzwald bildet zwischen den südlichen und nördlichen Gebirgsteilen eine sogenannte tektonische Mulde, in der sich das Flussgebiet der Kinzig entwickelt hat. Nur noch der Kandel und der Rohrhardsberg erreichen eine Höhe über 1000 m. Sonst bleibt der Mittlere Schwarzwald auf Höhen um 800 m beschränkt. Da die Abflüsse zum Rhein steiler sind als zur Donau, sind die Täler nach Westen tiefer eingegraben. Mehr und mehr haben die schneller fließenden Gewässer Gutach, Schiltach und Kinzig mit allen ihren Zuflüssen der Donau das Wasser abgegraben.

Schwarzwald

Von Karlsruhe bis zu Oberen Donau, von Pforzheim bis Lörrach, mit Tannenwäldern Waldlichtungen, Tälern und Bergen.
Da stehen Klöster, Schlösser, Burgen und Ruinen - wunderbare Plätze für wunderbare Begebenheiten, aus denen Geschichten entstehen: komische, märchenhafte, mystische.
Sagen - Sammler sind ernsthafte Leute, die dem Volk aufs Maul schauen, die alten Leuten gern zuhören, wenn diese wieder erzählen, was ihnen ihre Altvorderen erzählt haben. An langen Winterabenden saß man in der Spinnstube beisammen, am Spinnrad, oder am >Schniidesel<, auf dem für Haus, Stall und Tenne Dachschindeln zu schneiden waren. Dann hörte man gern, was phantastische Wesen trieben, gute und böse. Da waren Zauberer in vielen Gestalten; sie kamen als >Freischützen<, aus den dunkeln Wäldern, wo sie mit Teufels Hilfe Kugeln gossen, die immer trafen... (Bild: Dominik Probst)

Das Kinzigtäler Haus

Die verbreiteste Hausform des Schwarzwaldes in der Ortenau.
Mit Walmdach findet sich dieses im Kinzigtal, ohne Walm in Renchtal und in Fachwerkbauweise in Achertal. Die wichtigsten Kennzeichen dieser Hausform sind: das hellschimmernde steinerne Untergeschoss mit dem Stall, das hölzerne Obergeschoss als Wohnteil mit Stube, Küche und Kammern für die Schlafstätten des Bauern, seiner Kinder und des Gesindes sowie das Giebelfeld, gegliedert durch Veranden oder Laubengänge. Im Kinzigtal besitzt das Haus an seiner Stirn- order Talseite einen Halbwalm. Zu dem Hofgebäude gehören Nebengebäude, wie eine Mühle oder ein Speicher.

"Der Speicher ist mit dem Stall der beste Zeuge für den Wohlstand eines Hofes. Wer diese beiden gesehen, kann daraus leicht die Größe des Hofes und die Qualität seiner Felder bemessen".
H. Hansjakob A.D. 1888

Die Kuckucksuhr

Rund 250 Jahre alt und für viele Menschen ein Symbol für den Schwarzwald.
Die Idee hatte ein Uhrmacher aus dem Schwarzwalddorf Schönwald: Frank Ketterer. Er setzte damals einen unbeweglichen Kuckuck auf seine Schwarzwalduhr mit Holzrädern und Waagpendel. Mit Hilfe von Blasbälgen und kleinen Flöten ließ er stündlich den Kuckucksruf zur Freude seiner Kinder ertönen. Unter ihnen befand sich auch Franz Anton Ketterer, der später eine Kuckucksuhr mit bewegtem Vogel, aufklappbarem Türchen und vielleicht auch mitschlagenden Flügeln baute.
Im Schwarzwald bieten viele Firmen Kuckucksuhren zum Verkauf an. Unweit von Hausach befindet sich auch die größte Kuckucksuhr der Welt.

Der legendäre Bollenhut

Ausschließlich in drei kleinen Gemeinden des Mittleren Schwarzwaldes zu Hause.
In Kirnbach, Gutach und Reichenbach, nur in diesen Orten und nicht im gesamten Schwarzwald, wie allgemein angenommen wird.
Der Bollenhut besteht aus einem mit Gips überzogenen Strohgeflecht, auf das die elf roten oder schwarzen Bollen oder Wollrosen in Kreuzform aufgenäht sind. Der Hut wiegt bis zu 2 kg. Darunter wird die seidene Kappe mit kurzem Schleier getragen, die bis auf den Zopf der Mädchen alle Haare verdeckt. Kinder und alte Frauen tragen nur die Kappe ohne Hut. Anlässlich der Konfirmation darf das Mädchen zum ersten Mal den roten Bollenhut aufsetzen. Er wird sie bis zur Hochzeit begleiten, die verheiratete Frau trägt dann nur noch einen Hut mit schwarzen Bollen.